„TelePark“ ermöglicht individuelle Therapie durch Telemedizin und moderne Sensorik

Forschungsprojekt verbessert Situation von Parkinsonpatienten: „TelePark“ ermöglicht individuelle Therapie durch Telemedizin und moderne Sensorik

Leipzig, 23. November 2018 – Das Forschungsprojekt „Telepark“ verbessert mithilfe von Telemedizin und moderner Sensorik die Therapie von Parkinsonpatienten über Distanzen hinweg deutlich. Das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) der Universität Leipzig entwickelt die Plattform inklusive diversen Schnittstellen (APIs), um ein integriertes digitales Management der Patienten zu ermöglichen. Am Donnerstag wurde der Bundesförderbescheid für den Projektstart im Januar vergeben.

Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Allein in Europa sind mehr als eine Million Menschen an Parkinson erkrankt. Mit dem Fortschritt der Krankheit bedarf es einer immer häufigeren Überprüfung des Gesundheitszustandes, da sich dieser von Tag zu Tag deutlich ändern kann. Für die Patienten ist jedoch nur ein Termin bei einem Spezialisten etwa alle sechs Monate vorgesehen. Allein im Universitätsklinikum Dresden kommen fast 60% der Parkinsonpatienten als Notfälle in die Klinik.

So funktioniert die Behandlung mit „TelePark“

Durch das telemedizinische Monitoring können die Neurologen Behandlungsempfehlungen, wie zunehmende Bewegung, das Verschreiben neuer Medikamente oder Dosierungen, Visitenpläne und Diskussionen zu chirurgischen Möglichkeiten, direkt und über Entfernungen hinweg vornehmen. Die Daten werden über Mobiltelefone, Fitness Armbänder, Smart Watches oder spezielle Gangsocken mit entsprechender Sensorik übermittelt. Im Rahmen des Vorhabens soll gezeigt werden, dass der überwiegende Teil der Untersuchungen zu Parkinson von der Ferne aus durchgeführt werden kann. Die Ärzte erkennen und behandeln über die Distanz hinweg das Anschlagen von Behandlungsmethoden oder auftretende Komplikationen anhand des direkten Feedbacks der Patienten besser, als sie dies in klinischen Studien vermögen.

Digitale Plattform des InfAI als Grundlage für das Telemedizin-Projekt

Das InfAI entwickelt die digitale Plattform speziell für das Parkinson Netzwerk in Sachsen (PANOS). Die Plattform soll unkompliziert in existierende Krankenhausinformationssysteme sowie in mobile Geräte eingebunden werden. Dabei spielen APIs (Schnittstellen) sowie Verbindungen zu Deep Learning Algorithmen für neue Therapieansätze eine wichtige Rolle. Nach der Einführung in Sachsen soll das Projekt schrittweise über Deutschland und Europa erweitert werden.

Das Projekt „TelePark – Vernetzung von Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom und Parkinsonspezialisten durch Telemedizin und moderne Sensorik“ wird im Rahmen der Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft der Sächsische Aufbau Bank (SAB) / dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Der Bundesförderbescheid wurde offiziell am 22. November übergeben. Bereits im März 2018 wurde das Projekt mit dem Digitalen Gesundheitspreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Projekt unter: infai.org/telepark-projekt

Honorarfreies Bildmaterial: https://bit.ly/2Au6y2e

Laufzeit: 01/2019 – 03/2022
Fördergeber: SAB
Förderkennzeichen: 100338646
Projektpartner: intecsoft Medical GmbH & Co. KG, Technische Universität Chemnitz, Technische Universität Dresden

Das Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) wurde 2006 zum Zweck der Förderung von Wissenschaft und industrienaher Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik gegründet. Das Institut ist ein anerkanntes An-Institut der Universität Leipzig und hat sich zu einem der größten und drittmittelstärksten Forschungs- und Transferinstitute der Universität entwickelt. Der Fokus des InfAI liegt dabei auf den Bereichen Big Data / Smart Data, Logistik, Data Analytics, Biomedizinische und technische Daten- und Prozessmodellierung, Energiewirtschaft und Dienstleistungsforschung. In diesen Bereichen arbeitet das Institut zusammen mit namhaften Unternehmen, wie beispielsweise Siemens, Daimler, BMW, SAP, T-Systems, Heidelberger Druckmaschinen, Software AG, ERGO Versicherungen und Mercateo. www.infai.org